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Deutsche Küche Thomas-Eck: Martinsgans – deutsche Küche | Berlin

Deutsche Küche Thomas-Eck

Thomas-Eck – Restaurant & Kiez-Kneipe

Das Thomas-Eck ist Ihre Kiez-Kneipe und Ihr deutsches Restaurant in Berlin Charlottenburg-Wilmersdorf. Deutsche Küche ✓ Berliner Spezialitäten ✓ Raucher - Raum ✓ Sommerterrasse ✓ Sky-TV Sportsbar ✓

Martinsgans – deutsche Küche | Berlin [10.11.2016]

Deutsche Küche Thomas-Eck: Martinsgans – deutsche Küche | Berlin

Martinsgans in Charlottenburg essen ✓ Viertel Gans mit Beilagen €14,95 ✓ 

Ne leckere Sankt Martins-Gans gibt's im "Thomas-Eck Restaurant & Kiez-Kneipe", in der Pestalozzistaße 25 in 10627 Berlin Charlottenburg-Wilmersdorf.

Mutti hat immer gesagt: "Der Sankt Martin war ein guter Mann. Und deshalb gibt's zum Martinstag 'ne gute Martinsgans."

Und so ist das geblieben. Im Thomas-Eck hat die Martinsgans Tradition. Und wird nach Mutti's Rezept zubereitet. Mit Kartoffelknödeln. Und Kohl. Sehr knusprig – die Gans, nicht der Kohl. Der Kohl ist saftig. Die Gans übrigens auch. Sehr saftig und sehr knusprig. Ein Genuss!

Wenn Mutti in der Küche werkelte, erzählte Sie manchmal eine Geschichte. Zum Beispiel zur Martinsgans:

Warum essen wir zu Sankt Martin die Martinsgans?

Der heilige Sankt Martin, das wussten wir, war der gute Mann, der mit einem Bettler den Mantel teilte. Zu Pferde kam Martin geritten, erblickte den Bedauernswerten – jener fror – St. Martin zückte sein Schwert, zerschnitt seinen Mantel in zwei Teile und gab die eine Hälfte in die zitternden Hände des Armen. 

Später wurde Martin heilig gesprochen. Aber nicht nur des geteilten Mantels wegen. Martin war jemand, der viele gute Taten begann.

Und er war, das wussten wir nicht, zunächst Soldat, dann Bischof. "Martin von Tours, so genau war sein Name," erzählte Mutti, "lebte um 300 n.Chr. und war der Sohn eines römischen Offiziers. Mit 15 Jahren wurde Martin zum Militärdienst eingezogen; zum Security Service des Kaisers Konstantin II. Aber Martin lag viel mehr daran, Jesus Christus zu dienen. Er war von tiefem Glauben und kriegerische Handlungen widersprachen ganz und gar seiner Vorstellung von Ethik und Moral.

Kurz: Nach langen 25 Jahren Dienstzeit gelang es Martin endlich, den ersehnten Entlassungsbrief des Militärs in die Hände zu bekommen."

Mutti war gerade dabei, den Rotkohl zu schnipseln und erzählte weiter:

"Martin wählte fortan ein asketisches Leben. Er ließ sich taufen – mit 36 Jahren – und erzählte seiner Mutter vom Christentum. Er erzählte von Maria und Josef, von den Jüngern und natürlich von Jesus. Martin's Mutti war tief gerührt und fand durch ihren Sohn den Weg zum Glauben. Die beiden tranken noch einen Tee und dann machte Martin sich auf seinen Weg – nach Gallien, in den Ort Ligugé. Also nach Westfrankreich, Dort gründete Martin das erste Kloster des Abendlandes."

Mutti hatte fertig geschnipselt und begann mit der Zubereitung ihrer einzigartigen Kartoffelklöße. Die gibt's, nach Mutti's Rezept, natürlich auch im Thomas-Eck, zu unserem Gänsebraten. Uns lief bereits das Wasser im Munde zusammen. Nicht nur beim Gedanken, uns die Knödel auf der Zunge zergehen zu lassen, getunkt in köstliche Soße, sondern auch bei der Vorstellung, die knusprig zarte Gans zu verspeisen. Mutti konnte unsere Gedanken wohl lesen, hob mahnend den Zeigefinger und sagte:

"Geduldet Euch! Vor dem Essen erwarte ich eine gute Tat von euch. Und außerdem habe ich noch nicht zu Ende erzählt. Seid gespannt und hört zu; auf, dass ihr es später weiter erzählt, wie es zur Tradition der Martinsgans kam."

Zwischen Appetit, Neugier und Vorfreude lauschten wir ihren Worten:

"Martin sattelte sein Pferd und ritt gute 120 Kilometer Richtung Süd-Süd-West, nach Tours. Dort, so war sein Gedanke, wollte er eine weitere Stätte des Glaubens errichten. Das Kloster Marmoutier. Stellt euch vor, Ihr wolltet heute ein Kloster errichten. Keine leichte Sache! Aber Martin hat es geschafft, Kinder. Er war nicht nur ein Mann von Wort, sondern auch ein Mann der Tat. Und ein Mann der guten Taten. Kein Wunder, dass Würdenträger der Kirche auf ihn aufmerksam wurden. So zum Beispiel Liborius, der Bischof von Le Mans. Die beiden wurden gute Freunde."

Mutti öffnete die Ofenklappe – was für ein Duft uns da in die Nase stieg. Sie schöpfte Öl aus dem Bräter und begoss den Gänsebraten. Dann setzte sie sich zu uns an den Küchentisch, hob die Augenbrauen und erzählte weiter:

"Damals hatten Bischöfe große Macht. Noch größer als heute. Und Martin lebte in solch elitärer Gesellschaft. Er hätte ein feines Stadthaus in Tours beziehen und auf großem Fuße leben können. Hingegen wählte er eine einfache Hütte am Stadtrand und lebte in asketischer Bescheidenheit. Als Mönch wandte er sich der einfachen Landvevölkerung zu, errichtete Pfarreien, betätigte sich als Nothelfer und wurde schon bald zu einer lebenden Legende. Man erzählte sich sogar, dass Martin Wunderheilungen vollbrachte. 

Er lebte das Christentum mit solcher Herzensüberzeugung, dass das Volk, entgegen der Vorbehalte des Klerus, darauf drängte, ihn zum Bischof von Tours zu weihen."

Mutti begab sich zum Küchenschrank und forderte uns auf, ihr zu helfen, den Tisch zu decken. Sie holte den knusprigen Braten aus dem Ofen, zerteilte die Gans, kostete Rot- und Grünkohl und hob die Kartoffelknödel aus dem siedenden Wasser. Dann deckte sie all die köstlichen Speisen zu und musterte uns mit gütigem Blick.

"Also, Kinder, warum gibt es heute Martinsgans? Ihr müsst wissen, dass Martin nicht nur ein guter, sondern zudem ein überaus bescheidener Mensch war. Trotz all seiner guten Taten und Bemühungen, das Christentum ins Land zu tragen, fühle er sich eines solch hohen Amtes unwürdig. Als ihm zugetragen wurde, dass in kirchlichen Kreisen dem Willen des Volkes entsprochen worden sei und er nun zum Bischof geweiht werden sollte, versteckte er sich voller Scham und Demut im Gänsestall des nachbarlichen Bauern.

Die Gänse aber verrieten ihn durch aufgeregtes Geschnatter. So fand man Martin und hob ihn am 4. Juli 372 in das ehrenwürdige Amt des Bischof von Tours. Die bischöfliche Macht nutzte Martin den Rest seines Lebens, nämlich noch 25 Jahre, in Bescheidenheit und Demut im wahren Sinne christlicher Lebensführung. Er starb, und das war damals ein unglaubliches Alter, mit 81 Jahren.

Und jetzt husch ins Bad, Hände waschen! Gleich ist angerichtet!"

Bei uns, im Thomas-Eck, gibt es heute Martinsgans. Und wenn Ihr zu uns zum Martins-Gans-Essen kommt, dann schenkt doch, auf dem Weg zu uns, eine kleine Gabe.

Herzlich Willkommen! Das Team vom Thomas-Eck wünscht euch besten Appetit und einen wunderschönen Abend in Gedenken an den heiligen Sankt Martin.