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Fleischerei Berlin – DelikatEssen Discounter: Adieu Reichelt

Fleischerei Berlin – DelikatEssen Discounter

Fleischerei Berlin – DelikatEssen Discounter

Fleischerei Berlin ✓ mit Feinkost Supermarkt. Die größte Fleischauswahl Berlins ✓mit Bio-Fleisch & Freiland Fleisch. Ihre Metzgerei von Wild, Geflügel, über regionales Fleisch bis Dry Aged Beef.

Adieu Reichelt [22.02.2017]

Fleischerei Berlin – DelikatEssen Discounter: Adieu Reichelt

Seit dem 29. Januar 2017 ist Berlin's Reichelt Vergangenheit.

Glanzvolle Namen haben die Kindheit der "Ur-Berliner" begleitet. Da gab es den Butter-Beck, den Meyer Beck – erinnert Ihr Euch an das Logo "Keine Feier ohne MEYER"? – die Gebrüder Manns, die Bolle Märkte und ...

... und es gab REICHELT.

1953 – Hermann Meyer brachte die SB-Läden in die Stadt

Wer damals Lebensmittel kaufte, ging zu "Tante Emma", stand vor der Theke und ließ sich die gewünschten Artikel aus den Regalen holen; »Geben Sie mir bitte ...« So kaufte man damals ein. Bis 1953. Dann eröffnete in der Steglitzer Schloßsstraße ein Lebensmittelgeschäft mit Selbstbedienung – für die damalige Zeit eine Sensation. Beworben wurde das neue Konzept mit "sich selbst":

»Jeder Einkauf ein Vergnügen; zwanglos wählen; kein Warten.«

Man bedenke: Noch wenige Jahre zuvor hatten die Berliner mit Lebensmittelkarten gekauft. In kleinen Lebensmittelgeschäften. Ohne Selbstbedienung. Und auch später, als es wieder "glaubwürdiges Geld" gab, stand man in der Warteschlange. Selbstbedienung? Das gab es nicht.

Nur vier Wochen später eröffnete der zweite SB-Markt in Moabit. Und 10 Jahre später betrieb Meyer bereits 92 solcher SB-Filialen in Berlin. Bekannt waren diese unter Meyer-Beck – ein Zusammenschluss aus Meyer und Beck, wobei Beck ursprünglich ein reines Butter-Einzelhandelsgeschäft war und, im Jahre 1888, vom Kaufmann Oskar Beck als Lebensmittelmarkt "neu" gegründet wurde.

SB-Märkte wurden der Renner – "Tante Emma" mußte gehen

Neben Meyer-Beck entwickelten sich weitere Ketten – und verdrängten "Tante Emma". SB-Märkte verschiedenster Betreiber schossen wie Pilze aus dem Boden. Wer seine Kindheit in den 60er und 70er Jahren verbrachte, erinnert sich an Gebrüder Manns, Ho, Plus, Extra, Tengelmann, Kaffee Kaiser's und ... und an Kaffee Reichelt.

Tante Emma ging – Kaiser's und Reichelt jetzt auch.

Ab den 70er Jahren bestimmten Kaiser's und Reichelt das Berliner "Supermarkt-Stadtbild". Die beiden Ketten hatten zwar maßgeblich dazu beigetragen, "Tante Emma" die Existenz zu nehmen, aber gewissermaßen hatten sie es auch geschafft, selbst ein wenig "Tante Emma Flair" zu entwickeln. 

Die Berliner hatten im Kiez ihren Reichelt oder Kaiser's Laden – und man kannte die Mitarbeiter dort. Die Märkte waren oftmals nicht allzu groß und wirkten – im Vergleich zu den Discountern Aldi und Lidl – ein wenig "privater". Und beide Ketten hatten es geschafft, den Weg in die Berliner Herzen zu finden. Sie bildeten das "Gegenstück" zu den kühl und unpersönlich wirkenden Discounter SB-Märkten. Und mehr noch: Sie wurden zu einem Stück "Lebensmittel-Einkaufs-Kultur" in der Hauptstadt.

Bis 2017 – dann war Schluss. Trotz ihrer vielen Filialen waren beide Häuser, wie einst Tante Emma, nicht mehr konkurrenzfähig. Nur starben sie nicht langsam aus, sondern wurden von den großen Lebensmittelkonzernen geschluckt. Aus und vorbei. Adieu Reichelt. Adieu Kaiser's.

REICHELT – im Herzen des DelikatEssen Discounter Berlin

BEST BEEF hat seine Wurzeln in REICHELT.

Stefan Voelker, Verantwortlicher im DelikatEssen Discounter, erinnert sich mit Wehmut. Als Kind waren die Augen groß, wenn man mal zu Reichelt ging. Das herrliche Sortiment. Und die traumhafte Wursttheke mit der herzlichen Bedienung. Diese Wahrnehmung aus Frische, Geschmack, Qualität, schöner Auslage und Herzlichkeit hat sich in der Kindheit tief bei Stefan Voelker verankert. Reichelt war das Paradies. Reichelt waren die Besten. Und manchmal kaufte man dort eben ein.

Aus dem Lieblings-Supermarkt Reichelt würde für Stefan der wichtigste Arbeitgeber – besser: der maßgebliche Arbeitgeber. Denn dort arbeitete er 25 Jahre lang und erlenrte den Lebenmittelhandel von der Pike an. Gestartet als Lagerarbeiter durchlief Stefan Voelker die verschiedenen Arbeitsbereiche bei Reichelt und arbeitete sich bis zum Verbundleiter nach oben. So war er zuletzt für die Leitung mehrerer Reichelt Filialen verantwortlich.

Reichelt Kiezladen gerettet – und Arbeitsplätze geschaffen

Im Jahr 2004 war es dann soweit. Im Rahmen einer Rettungsaktion übernahm Stefan Voelker als privater Kaufmann die vom Aus bedrohte Reichelt-Filiale auf der Düsseldorfer Straße. Später folgte die Filiale in der Günzelstraße 40 sowie eine weitere Niederlassung.

An die Zeit von damals erinnert eine Bekanntmachung, die heute, gerahmt, im Büro in der Günzelstraße den Ehrenplatz gefunden hat. In dieser Bekanntmachung zur "Privatisierung" von Reichelt zu nah und gut heißt es unter anderem:

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»Ich als Filialleiter und Besitzer war über 20 Jahre lang bei Reichelt tätig und trage jetzt dazu bei, einen alteingesessenen Kiezladen zu retten und dabei noch Arbeitsplätze zu schaffen. Das Team besteht fast ausschließlich aus ehemaligen Reichelt Auszubildenden. Kein Mitarbeiter verliert durch die Umwandlung seinen Arbeitsplatz; alle Mitarbeiter haben die Möglichkeit bekommen, bei Reichelt in anderen Filialen weiterarbeiten zu können.«

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REICHELT lebt weiter – auch im DelikatEssen Discounter – in BEST BEEF

Reichelt wurde am 29 Januar 2017 zu Edeka. Aber Reichelt war auch schon immer ein wenig das Herz im DelikatEssen Discounter. Schließlich ist der heutige DelikatEssen Discounter eine ehemalige Reichelt-Filiale. Von Reichelt-Mitarbeitern gerettet und mit "Reichelt-Seele" weitergeführt.

Reichelt ist ein Stück Berlin. Und mit Reichelt verbindet der Ur-Berliner frische Wurstwaren und eine große Auswahl an frischem Qualitätsfleisch.

Die Fleischerei BEST BEEF ist letztlich das "auf den Gipfel geführte Wurst- und Fleischwarenkonzept von Reichelt". Und die grundsätzliche Idee von Reichelt zieht sich durch den gesamten DelikatEssen Discounter. »25 Jahre bei Reichelt haben mich geprägt«, sagt Stefan Voelker.

»Und so hat unser DelikatEssen Discounter eindeutig eine "Reichelt Seele".«

Wir sagen "Adieu", lieber Reichelt.

Mit Dir geht ein Stück Berliner Tradition dahin. Wir erinnern uns an so viele Jahre Reichelt. Und wir sagen "Danke!". 

Es ist gut, dass es nicht "irgendeine" Kette, sondern eben Edeka ist, die jetzt die Reichelt-Filialen betreibt. Denn wer, wenn nicht Edeka, hat überhaupt das Herz, das Reichelt-Konzept am Leben zu halten.