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Unternehmensberatung Berlin Urte Töpfer: Unternehmensberatung > staatliche Förderung für Mitarbeitermotivation

Unternehmensberatung Berlin Urte Töpfer

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Unternehmensberatung Berlin ✓ Systemische Beratung bundesweit ✓ Entwicklung und Schulung zu Personal, Organisation, Strategie & Führung. Weniger Fluktuation / Stress durch Mitarbeiterzufriedenheit.

Unternehmensberatung > staatliche Förderung für Mitarbeitermotivation [05.10.2016]

Mitarbeiterverantwortung ✓ und Mitarbeitermotivation ✓: Förderung ✓  für KMU ✓ bei der Unternehmensberatung ✓ Berlin ✓ am Beispiel der Druckerei ✓  MDV ✓ in Bayern ✓ 

Der Druckerei-Inhaber Josef Schmid hat einen klaren Auftrag für die Prozessberatung, die im Programm „unternehmensWert:Mensch“ mit bis zu 80% gefördert wird: „Ich möchte, dass sich die Mitarbeiter des Führungskreises zu denkenden Unternehmern entwickeln; dass sie anfangen, Verantwortung zu tragen und das Tagesgeschäft gemeinsam leiten. Ich möchte in Zukunft mehr am als im Unternehmen arbeiten.“

Die Druckerei MDV Maristen Druck & Verlag in Furth bei Landshut gehört zu den nachhaltigen Druckereien. Eine Photovoltaikanlage auf dem Dach produziert seit sechs Jahren 75% des Strombedarfs selbst, die Firmenflotte wird nach und nach auf Elektroautos umgestellt und in der Druckerei wird neben Ökodruckfarbe und einer breiten Auswahl an Umweltpapier auch auf modernste, ökologisch sinnvolle Maschinen geachtet. Der Verzicht auf umweltschädliche Lacke, Farben und Lösungsmittel ist für den Inhaber selbstverständlich. Daher lässt sich die Druckerei auch regelmäßig nicht nur im Qualitätsstandard PSO, sondern auch in den Umweltstandards FSC und PEFC zertifizieren.

Doch Nachhaltigkeit bedeutet für den Unternehmer nicht nur ökologisches Wirtschaften, sondern er fokussiert auch ihre soziale und menschliche Säule. Bei der Personalauswahl und -entwicklung geht er neue Wege und ermöglicht all seinen Mitarbeitern, unabhängig von Anstellungsart, Position oder Unternehmenszugehörigkeit, ein umfassendes Weiterentwicklungsprogramm. Im Rahmen des Programms „unternehmensWert:Mensch“, das vom Bundesministerium für Arbeit und Soziales und von den Europäischen Sozialfonds gefördert wird, hat er zusammen mit der Unternehmensentwicklerin Urte Töpfer eine Vision entwickelt: Jeder Mitarbeiter, der sich und sein Unternehmen weiterentwickeln will, d.h., bereit ist, Verantwortung für sich, seine Arbeit und die gemeinsame Firma zu übernehmen, ist eingeladen, Teil des „Führungskreises“ zu werden. 

Information als Voraussetzung von Verantwortung

„Erst wenn ich mich selbst führen kann, kann ich lernen, dies auch anderen zu vermitteln, also andere zu führen.“ erläutert Urte Töpfer. „Zu Beginn benötigen die Mitarbeiter viele Informationen vom Unternehmer, um ein globales Bild über die Firma zu erhalten, und sie werden dahingehend trainiert, ehrlich, wertungsfrei und kompakt alles Relevante aus ihren Bereichen zu berichten; auch das, was nicht so gut gelaufen ist. Dies ist am Anfang natürlich für viele eine große Hürde. Und auch wie man ehrliches Feedback wertschätzend gibt, ist für viele, auch für viele Unternehmer, noch Neuland und oft eng mit dem Kritisieren verbunden.“

Der Führungskreis, der einmal im Monat stattfindet, ist ein Raum, in dem die Wissenslücken und der Entwicklungsbedarf analysiert, Methoden und Instrumente als Piloten anhand aktueller Fragestellungen eingeführt und weiterentwickelt werden, um diese Erkenntnisse dann im ganzen Unternehmen anzuwenden. Zum einen werden Informationsprozesse hier durch Informations- und Berichtsformate am internen Bedarf ausgerichtet. Nur Mitarbeitende, die den Rahmen und die Konsequenzen ihrer Handlungen kennen und verstehen, können eigenverantwortlich Entscheidungen im Sinne des Unternehmens treffen. Ergänzend werden aber auch aus aktuellem Anlass Einzelmaßnahmen veranlasst: Beispielsweise wurden die Maschinenkosten pro Minute an jedem Arbeitsplatz ausgelegt, um durch dieses Wissen die Leerlaufzeiten zu reduzieren.

Bei den monatlichen Führungskreisen mit Urte Töpfer ist „der Chef“, wie Josef Schmid von seinen Mitarbeitern meist betitelt wird, natürlich mit dabei, und er hat bereits einige Aha-Erlebnisse verzeichnen können: „Einige Mitarbeiter haben mich mit ihren engagierten Zielen sehr überrascht. Meine Kommunikation ist auch schon besser geworden: ich kommuniziere wieder anders mit meinen Mitarbeitern und informiere globaler. Und die Mitglieder im Führungskreis legen die Scheu ab, mit mir als Ihrem Chef auch mal offen zu sprechen.“

Motivierte Kollegen, die sich gegenseitig schätzen

An Freude und Verständnis fehlt es im Team jedenfalls nicht, und jedem ist klar, dass sich etwas ändern muss. Hedi Held, Mitarbeiterin in der Nachbereitung und im Versand, sieht hierin auch eine große Chance: „Ich bin jetzt seit zehn Jahren bei MDV, und vorher habe ich 15 Jahre lang meine Kinder erzogen. Mit den Maschinen und den unterschiedlichen Aufgaben bin ich mittlerweile vertraut, und ich finde es toll, dass Herr Schmid uns die Möglichkeit gibt, uns auch im Alter noch weiterzuentwickeln. Ich möchte, dass wir wieder effizienter arbeiten. Ich hoffe, dass ich lerne, von meinen Kollegen respektiert zu werden, und dass ich es schaffe, sie zu motivieren, damit wir an den gleichen Zielen arbeiten. Um das zu erreichen, setze ich mir keine Grenzen. Ich bin bereit, alles zu geben, auch wenn ich dafür an mir persönlich arbeiten muss. Wir haben ein tolles Team und der Chef gibt uns sehr viele Freiheiten. Er hat immer ein offenes Ohr und nimmt sich trotz seiner großen Belastung Zeit für uns. Er ist immer großzügig und fair. Und jetzt diese bezahlte Weiterbildung für jeden, sogar für Teilzeitkräfte wie mich, das ist wirklich was Besonderes. Ich arbeite sehr gerne hier und möchte jetzt alles tun, um den Chef auch etwas zu entlasten.“

Vitali Krüger ist der langjährige Drucker: “Ich wünsche mir einen engagierten Kollegen, der seine Arbeit mit Freude und Gewissenhaftigkeit macht. Am liebsten wäre es mir, wenn ich auch von ihm etwas lernen könnte. Dafür übernehme ich gerne die Verantwortung, dass er – je nach Erfahrung – in drei bis sechs Monaten vollständig eingearbeitet ist. Mein Helfer und ich freuen uns darauf, unser Team zu vergrößern. Denn entgegen der Branchenentwicklung versorgt uns unser Chef mit so vielen Aufträgen, dass wir wieder aufstocken können.“

Der Unternehmer hat ein sehr persönliches Ziel mit der Entwicklung seiner Mitarbeiter und seines Unternehmens:  “Mein Ziel ist es, dass wir alle so gut zusammenarbeiten und uns entwickeln, dass wir dank zufriedener Kunden, attraktivem Portfolio und kosteneffizientem Arbeiten jedes Jahr  nicht nur Weihnachtsgeld etc. zahlen können, sondern auch gute Arbeitsplätze in unserer gebeutelten Branche erhalten und neue schaffen können.“

Autorin: Stefanie Lucht